Jahreslosung

 

Jahreslosung 2012

Jesus Christus spricht: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.(2.Korinther 12,9)

Gedanken zur Jahreslosung 2012
von Pastor Stephan Ringeis
„1.8 von allen, 3.6 von den eigenen Anhängern; 1.6 von allen, 2.9 von den eigenen Anhängern; 1.1 von allen, 1.5 von den eigenen Anhängern; 0.6 von allen, 0.8 von den eigenen Anhängern; Minus 0.5 von allen, Minus 0.2 von den eigenen Anhängern.“ Vermutlich kennen wir diesen Sprachgebrauch aus dem monatlichen so genannten Politbarometer. Politiker werden nach Umfragewerten beurteilt. Bewertet. Wer ist der Bessere, die Vertrauenswürdigere, der Begabtere, die Stärkere.

Ein legitimes Mittel des Vergleichs. Da aber solche Umfragen auch immer Meinung machen, beschäftigen sich mittlerweile ganze Abteilungen mit der Aufgabe, die Bewertungen durch gezielte Meldungen und die Darstellung ihrer Leute zu beeinflussen. Gezielte Selbstdarstellung. Schlimmstenfalls lässt jemand ein Trugbild von sich malen und am Ende sind alle Handlungen eines Menschen nur noch davon bestimmt, diesem Bild zu entsprechen… Er ist dann Spielball der öffentlichen Meinung.

Auch Menschen der christlichen Gemeinde sind nicht frei davon, wenn es auch – Gott sei Dank – kein Kirchenbarometer gibt. Man kann sich allerhand einfallen lassen, um den Menschen zu gefallen. Und da haben wir es tatsächlich nicht einfach. Wer ein Kreuz, ein Marterwerkzeug zum Symbol hat, wer nicht nach dem Mund redet und auch noch dazu von der Verlorenheit des Menschen spricht, der wird bei den Umfragewerten vermutlich schlechter als Minus 3.5 erhalten, und schon bei den eigenen Anhängern könnte die Bewertung in den Minusbereich rutschen.

Die Jahreslosung 2012 ist ein Reflex des Glaubens auf einen solchen Bewertungsvorgang. Paulus hatte es nicht leicht mit den Korinthern. Sie verglichen ihn mit anderen „Aposteln“, die offenbar geschmeidiger und angenehmer bei den Korinthern „rüber kamen.“ Wir müssen nicht zu tief in die Diskussionen in Korinth eindringen. Vieles lässt sich nicht mehr genau rekonstruieren. Vieles deutet aber darauf hin, dass die Korinther vor allem mit der Schwachheit der Menschen ihre Schwierigkeiten hatten. Dass der Mensch auch gebrochen ist, krank, am Rande seiner Existenz, dass er sein Kreuz auf sich nehmen muss – das war den Korinthern suspekt. Davon wollten die anderen Apostel und die Korinther insgesamt nicht so viel wissen: Jesus Christus – der Auferstandene – ist auch der Gekreuzigte.

Paulus kam ihnen deshalb nur als schwacher Geist vor, kläglich in seiner Rede haben sie ihn genannt. Seine Bewertung war schlecht. Und vielleicht könnte man die Korinther als erste Gemeinde Jesu bezeichnen, die so enthusiastisch war, dass nur das Starke, das Kräftige, Wachsende, Vollkommene in Verbindung mit Gott gebracht wurde. Selbstruhm und Eitelkeit reichten einander die Hand. Selbstrechtfertigung und Erfolgsdenken legten sich wie Fesseln an. Christen geraten dann in einen Glaubensstress, durch den immer wieder Menschen auf der Strecke bleiben und andere zumindest in Atemnot geraten. Die Worte werden zu Worthülsen, weil die Wahrheit so verletzlich macht. Und das Vertrauen zu Gott und zueinander erleidet großen Schaden. Paulus musste das erleben, obwohl er hinsichtlich seiner Gotteserfahrung den Korinthern in nichts nachstand. Aus seinem Brief spricht an vielen Stellen auch die Grenze der Sprachlosigkeit über den Irrweg der Korinther. Die Selbstzweifel nagen an ihm. Vielleicht haben ihm die Angriffe auch weiche Knie gemacht, denn Angst macht klein.

In dieser Situation erklingt das Wort seines Herrn wie ein Lied der Befreiung: Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Auch wenn die Jahreslosung sich auf den zweiten Teil des Satzes beschränkt, ohne die Gnade Gottes gewinnen die Schwachen keine Kraft. Oft genug heißt es: Nicht genug gelernt, nicht genug geliebt, nicht genug gemacht. Durchgefallen. Aber so ist es nicht bei Gott. Gottes Gnade und Kraft genügen. Seine Gnade ist unabhängig von unseren Barometern und Umfragen. Wir dürfen uns Schwächephasen leisten, einfach weil wir sie haben. Jesu Gemeinde ist der Ort, wo sich nicht zuerst das gelungene Leben versammelt, sondern das Schwache, das angekratzte und Zermürbte. Hier wird niemand ausgeschlossen, auch die vermeintlich Starken nicht. Vielmehr verstehen auch sie, dass ihre Stärke ein Werk Gottes ist. Alle unsere Bewertungsmaßstäbe werden auf diese Weise ausgehebelt. Dann aber ist Freiheit zum Atemholen gegeben, für ein Mut machendes Wort und sogar einen unbekümmerten Sprung ins Leben.

 

Jahreslosung 2011


"Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem" (Römer 12,21)

Jahreslosung 2011

Die Jahreslosung für das Jahr 2011 geht schon an's Eingemachte. Ich glaube fast, kaum ein Bibelvers kann uns ein ähnlich schlechtes Gewissen verschaffen wie dieser. Denn gerade an dem, was dieser Vers von uns fordert, scheitern wir oft genug. Es ist einfach eine Tatsache, dass der Gedanke an Vergeltung tief in uns steckt. Auch in den USA, eigentlich eine Nation, in der der christliche Glaube bis heute eine hohe Relevanz hat, wird die Todesstrafe aus einer Motivation für Rache heraus ausgeübt. Die Strafe an sich ist nicht einmal das Problem. Auch bei uns würde ohne Strafgesetzbuch schnell Chaos ausbrechen. Die Motivation ist das Problem. Die Gesinnung ist das Problem. Im Fußball kennt man das Revanchefoul. In der Politik geht fast nichts ohne den Vergeltungsschlag. Der Racheakt zwischen rivalisierenden Banden gehört zur gesellschaftlichen Realität.

Jesus Christus war so anders. Er hat sich nicht an uns gerächt, sondern ist für uns am Kreuz gestorben. Er hat das Böse buchstäblich mit dem Guten überwunden. Er hat sich schlicht niemals zu etwas Bösem hinreissen lassen. Sein Wandel war stets sündlos und vollkommen.
"Ihr nun sollt vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist", heisst es in Matthäus 5,48. Und in Jesus sehen wir, wie der Vater ist. Seine Gesinnung sollen auch wir in uns haben. Und das ist nicht immer leicht. Seit dem Sündenfall steckt dieses Gift in uns, dieses Gift, das uns nach Rache schreien lässt. Wieviel Macht dieses Gift hat, hängt von uns selbst ab. Wer eng mit Jesus geht, wer sein Wort tief in sich fließen lässt, wird auch immer mehr von dieser Gesinnung Jesu selbst verinnerlichen und entsprechend handeln. Das ganze zwölfte Kapitel des Römerbriefes ist eine Anleitung im Umgang mit anderen Menschen. Und der letzte Vers daraus, die Jahreslosung, ist zugleich Zusammenfassung und Höhepunkt des ganzen Kapitels.

Gott ist kein Gott der Beliebigkeit. Und schon gar nicht ein Gott, der immer beide Augen zudrückt. Nein, auch bei Gott gibt es Strafe und Gericht. Genauso wie bei uns ein Bankräuber verurteilt und bestraft wird, weil er ein Strafgesetz übertreten hat, so straft auch Gott Menschen, die seine Gesetz übertreten. Aber das ist eben etwas, das seinem Rechtshandeln überlassen sein muss. Unsere Sache ist es, uns nicht zu Bösem hinreissen zu lassen, auch wenn uns jemand Unrecht getan hat. Gottes Sache ist es, seinem Gesetz Geltung zu verschaffen und sein Recht auszuüben.

Im 1. Petrusbrief heisst es:
"Denn so ist es der Wille Gottes, dass ihr durch Gutestun die Unwissenheit der unverständigen Menschen zum Schweigen bringt" (1. Petrus 2,15)

Auch um diesen Aspekt geht es sicherlich. Wenn wir einem Gegner Gutes tun, beschämt es diesen und es gibt eine gute Chance zur Aussöhnung. Während ein Racheakt die Zwietracht nur weiter befeuern würde. Gott wünscht sich für uns also auch ein friedliches Leben. Ein Feind wird vielleicht nicht immer ein Freund, wenn wir ihm etwas Gutes tun, aber er wird uns zumindest in Ruhe leben lassen.

Wir sollten es auf einen Versuch ankommen lassen. Das Leben als entschiedener Christ wird in diesen Zeiten sicher nicht einfacher. Viele Christen spüren es: Es wird eher noch schwerer, als Christ in dieser Welt seinen Glauben zu leben und zu diesem zu stehen. Aber gerade jetzt kann uns die Jahreslosung dabei helfen, aus Bösem Gutes zu machen, das Böse zu überwinden. Diese Rechnung geht immer auf, denn Jesus hat es uns vorgemacht. Die Welt wird überrascht sein, wenn wir Gutes tun, wo eigentlich Böses erwartet worden wäre. Versuchen wir einmal, das Unerwartete zu tun. Plötzlich ergeben sich völlig neue Perspektiven.

 

Gedicht zur Jahreslosung 2011


"Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem"
(Römer 12,21)



T u e G u t e s !

Wenn das Böse dich betrügt
und dich regieren will,
schaue auf zu deinem Herrn.
Bleib ruhig, halte still.
Treffe die Entscheidung für ein klares „nein“.
Jesus wird dir helfen, du bist nicht allein.
Er gibt dir Kraft und du wirst Frieden finden.
Mit ihm wirst du das Böse überwinden.
Tue Gutes!

Wenn Versuchung dich bedroht,
die Böses harmlos macht,
halte fest an Gottes Wort.
Bleib still, gib auf dich acht.
Ziehe an die Waffen, die sein Wort dir gibt.
Jesus wird dir beisteh`n, du bist von ihm geliebt.
Bei Jesus wirst du Mut und Frieden finden.
Mit ihm wirst du das Böse überwinden.
Tue Gutes!

Wenn Verletzungen und Stolz
dein Herz zu hart gemacht,
glaube fest an Jesu Wort.
Er führt durch die Nacht,
verbindet deine Wunden,
heilt deinen Seelenschmerz.
Er gibt dir Rat und Hilfe
und ein weiches Herz.
Bei Jesus wirst du Trost und Heilung finden.
Mit ihm wirst du das Böse überwinden.
Tue Gutes!


Wenn die Habgier dich beherrscht
und Missgunst dich befällt,
bringe Jesus diese Last
und alles, was dich quält.
Vertraue voll auf Jesus.
Nur er kann dich befrei`n.
Gib ihm ganz dein Leben,
lass dich auf ihn ein.
Bei Jesus wirst du deinen Frieden finden.
Mit ihm wirst du das Böse überwinden.
Tue Gutes!


Ursula Leuschner

 
 
Jahreslosung 2010
Jesus Christus spricht: Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!
Johannes 14,1
 
Als Jesus diese Worte sprach, es war das letzte gemeinsame Mahl mit seinen Jüngern vor seinem Verrat und Tod – wusste er, dass seine Jünger erschüttert sein werden, wenn alles so kommt, wie es kommen sollte.

Andere erschrecken uns...
In welcher Situation geht es uns genauso, sind wir erschrocken, betroffen und haben Angst?
  • wenn Du ausgestoßen und verachtest wirst
  • wenn Menschen über dich urteilen und anschließend ihre Hände in Unschuld waschen
  • wenn Dir Dein Leben und alles zu viel wird
  • wenn niemand da ist, der Dich hält, zu Dir hält und Dir zuhört
  • wenn ein oder mehrere gute Freunde und Weggefährten Dich verlassen
  • wenn Du am Glauben zweifelst (wobei das nicht schlecht ist, denn dann setzt Du Dich auch damit auseinander und nimmst den Glauben ernst)

Ja, in solchen und noch vielen anderen Situationen können wir Angst bekommen, ist unser Herz „schwer“ und erschrocken. Wir fühlen uns nicht nur ganz allein, sondern wir sind ganz allein.

Solange Jesus noch unter den Jüngern war, war die Welt noch in Ordnung. Da war es kein Problem zu glauben und Jesus begeistert nachzufolgen. Aber Jesus wusste was passieren wird und er wusste, daß die Jünger große Angst und Glaubenszweifel bekommen werden. Dann wird der Glaube wirklich auf die Prüfung gestellt.

Wir sind über uns erschrocken...
In welchen Situationen in Deinem Glauben hast Du Angst und bist über Dich anschließend selbst erschrocken?
  • wenn Dir ein guter Freund plötzlich egal geworden ist
  • wenn Du nicht mehr vergeben kannst, sondern nur verurteilst
  • wenn Du nicht mehr lieben kannst
  • wenn Deine Taten nicht mehr mit Deinen Worten übereinstimmen
  • Wenn Du bei Dir feststellst: eigentlich ist mein Glaube scheinheilig und falsch und ein Versagen am laufenden Band.
Ja, auch solche Situationen führen dazu, dass wir über uns selbst erschrocken sind. Irgendwie ist unser Herz schwer und traurig und Du merkst, der Glaube trägt nicht mehr.
Es ist so, als wenn uns der Boden unter den Füßen weggezogen wird und eine Welt zusammenbricht, die uns vorher Geborgenheit gegeben hat. Dann sind wir verzweifelt, egal aus welchen Gründen.
Das hat Jesus damals geahnt, dass für die Jünger eine Welt zusammenbrechen wird. Das Liebe und Gewohnte ist plötzlich weg. Die Wut über den Verrat und die Kreuzigung nahmen den Jüngern fast den Verstand.
Eigentlich geht es uns heute genauso. Wenn Dir der Boden unter den Füßen weggezogen wird (Du kannst mal überlegen, was das bei dir sein kann), dann stellt sich unser Glaube in Frage, unser Vertrauen in Jesus fängt zu wanken an.
Es ist einfach dahergesagt: "Glaube an Gott, glaube an mich!" Aber wenn sich der Glaube an Gott durchsetzt, die Liebe zu IHM größer ist als die Angst, die unser Herz so schwer macht, dann wird auch unser Herz wieder fröhlich werden.
Kannst Du Gott (wieder) vertrauen und an IHN glauben, auch wenn alles andere wegbricht? Was hindert Dein Vertrauen?